AKTUELLE KRITIK

kondition pluriel (Kanada/Österreich): schème II
Eine Produktion im Rahmen von DANCE 2002

"suffocating body in time displacement"

es wummert | es sirrt | es rauscht | es flimmert | es gab einmal eine zeit, in der tanz ausdruck von lebensfreude war | ein körper schiebt sich durch schmale lichtkorridore | videobilder, die den raum durch den raum verschieben | wo hört der körper auf und fängt die technik an | erratische feedbacksysteme | ein stottern | ein ringen | ein qualvolles behauptungsmanöver von mensch | oder maschine oder mensch oder maschine oder krüppel oder | den roten laserpunkt am hosenbund, jeder sein eigener sniper | siamesische autotransmitter | wireless entities | entortet, entzeitlicht, entsinnt | auch keine zusammenhängenden sätze lothringer 13


Oder anders: Wie vermittelt sich das elektronisch Immaterielle? Man müsste ein Stück wie dieses von kondition pluriel rezipieren können, ohne zu wissen, wie seine Technik funktioniert, es beschreiben, ohne das Konzept zu erklären. Dass jede Bewegung der mit Sensoren beklebten Akteurinnen mit dem Computer rückgekoppelt ist, Sound- und Video-Output steuert. Zumindest beeinflusst, denn von direkter Steuerung kann man hier längst nicht mehr sprechen. Dies sind digitale Systeme, keine mechanischen. In und Out lassen sich nicht länger als Ursache und Wirkung fassen. Dazwischen durchlaufen die Signale zahlreiche Schleifen, Algorithmen, Rechnerloops. Wenn man das alles nicht weiß, was dann? Siehe oben.

(Savadee Kimberlain)


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