AKTUELLE KRITIK

Heiner Blum (Deutschland): Schleifen
Eine Produktion im Rahmen von DANCE 2002

Mehr Trance als Dance

Durch den Schlafwagenzug geht ein Mann im Pyjama. Mir keine Milch. Der König war erkältet. Anna fühlte sich gut. So oder ähnlich und je nachdem, auf welcher Seite man gerade das Buch aufschlägt, könnte der Subtext zu Heiner Blums Installation "Schleifen" lauten. Ich fühlte mich auch gut. Das Buch ist im Eintrittspreis inbegriffen. Es ist nicht sonderlich lesenswert, aber darin zu blättern, während man durch orangene Luftröhren in die Unendlichkeit wandert, macht Spaß. Der Sound dazu macht auch Spaß. Es riecht wie in einem Schlauchboot und vielleicht ist draußen das Meer. Drinnen ist nirgendwo. Manchmal begegnet man einer fremden Gestalt, die so unwirklich daherkommt, wie man selbst. Dann möchte ich mich hinsetzen, wegfloaten, aus-chillen. Aber sitzen ist nicht, immer weiter gehen. Der orangene Tunnel macht einsam, die elektronische Musik macht glücklich. Dann möchte ich mich verlieben. Und alles endet in dem Moment, in dem ich die Finger von den Tasten hebe.
(Gisela Müller) h. blum




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