THEMA//08
[Foto]Die aktuelle Version des Netrobots von //theatermaschine.
Hier stellen wir regelmäßig ausgesuchte Websites vor, geben Buchempfehlungen, informieren über interessante Medien- und Theater-Aktivitäten, etc..

Medien / Kunst im öffentlichen Raum: Rafael Lozano-Hemmer
www.lozano-hemmer.com

Die Projekte des mexikanisch-canadischen Künstlers Rafael Lozano-Hemmer sind eine Empfehlung für alle, die sich für Medienperformances und Kunst im öffentlichen Raum interessieren. Der 1967 in Mexiko geborene Lozano-Hemmer arbeitet in den Bereichen "relational architecture, technological theatre and performance art" und scheint der neue Typ des global-working artists zu sein. Bislang konnte man seine Arbeiten in Istanbul, Havanna, Rotterdam, Mexico City, Montreal, Graz und Linz sehen. Dabei nimmt er Bezug auf örtliche Gegebenheiten. Sowohl Architektur als auch das gesellschaftlich, politisch-soziale Klima finden in seinen interaktiven Installationen auf sehr subtile und intelligente Weise Berücksichtigung.
So installierte er beispielsweise an den Säulen eines öffentlichen Gebäudes in Havanna 21 winzige LCD-Bildschirme, auf denen automatisch, anhand eines Lexikons generierte Fragen erschienen. Über die Tastatur eines Terminals konnten Besucher ihre eigenen Fragen formulieren, die wiederum in den Fluß der "unpersönlichen" Fragen eingespeist wurden. Für Cubaner eine "sanktionierte" Möglichkeit, Kritik am Regime zu äußern.


no rights reserved!
http://textz.com

"we are the & in copy & paste, and plain ascii is still the format of our choice. it shouldn't require a plug-in to read a book on the net, nor should it require a credit card."

textz.com stellt Texte bekannter und unbekannterer TheoretikerInnen und SchrifstellerInnen kostenlos zur Verfügung. Das Prinzip ist einfach: Auf der Website befindet sich eine alphabetische Liste aller verfügbarer Texte, einen Titel anklicken und lesen, bzw. den Text für spätere Lektüre auf die eigene Festplatte speichern. Über 600 Dateien sind mittlerweile bei textz.com vorhanden. Neben "The Hitch Hiker's Guide to the Galaxy Trilogy" von Douglas Adams finden sich hier "The Essays" von Francis Bacon, "La télévision peut-elle critiquer la télévision?" von Pierre Bourdieu, Beiträge von Guy Debord oder Gilles Deleuze (teilweise deutsch, teilweise französisch) oder die vollständige englische Version von Thomas Pynchons "V".

Die Philosophie dahinter: "today more than ever, the nets are zones of excess, immune against the business model of electronic scarcity. the transnational companies that are trying to break up the file-sharing networks have declared a war they will never be able to stop. there are going to be thousands of napsters. textz.com is not even zero-point-five of them."


Buchvorstellung:

MASCHINEN, MEDIEN, PERFORMANCES
Theater an der Schnittstelle zu digitalen Welten
Martina Leeker (Hg.)
Alexander Verlag, Berlin 2001

"Die Schnittstelle zwischen Medien und Theater bildet das Performative"
[buchvover] Das Buch dokumentiert die Ergebnisse der Sommerakademie "Theater und Neue Medien", die im Sommer 1999 in Hellerau stattfand. In zahlreichen Ausätzen, Statements und zusammenfassenden Einleitungen zu einzelnen Kapiteln werden die "geheimen und unerwarteten Schnittstellen zwischen Theater und elektronischen digitalen Medien" erforscht. Zu den versammelten Autoren und Autorinnen gehören der Medientheoretiker Derrick de Kerckhove, Carl Hegemann, Chefdramaturg an der Berliner Volksbühne, die Schriftstellerin Birgit Kempker, die Theaterwissenschaftler Joachim Fiebach und Christopher Balme, Friedrich Kittler und andere.

Als Dokumentation mag der Band interessant sein. Insgesamt hätte man sich jedoch weniger Buch und mehr herausgeberischen Mut zum Weglassen gewünscht. In ihrem Versuch, die Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommerakademie zusammenzufassen und auf einen Befund zu bringen, wiederholt Herausgeberin Martina Leeker oft nur deren Aussagen. Anknüpfungen zu aktuellen Diskursen und Positionen der Medienkunst sind kaum vorhanden.

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MASCHINEN, MEDIEN, PERFORMANCES
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Ankunft im Establishment: Artikel über Theater und Internet in "Theater heute"
http://www.theaterheute.de/galerie/12-01/internet.html

"DAS CYBER - GERÜCHT. Eine Expedition in die Labyrinthe des world wide webs auf der Suche nach dem Theater im Internet", so lautet die Überschrift eines Artikels, der im Dezember '01 im Zentralorgan des deutschsprachigen Theaters, der Zeitschrift "Theater heute", erschienen ist. Ausführlich und gut recherchiert beleuchtet die Journalistin Esther Slevogt die virtuelle Theaterszene und gibt einen Überblick über das, was heute im Computer theatralisch machbar und gemacht worden ist.


(THEMA//08_Februar 2002)