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... Rotkelchen und der böse Wolf - 23. Mai 2002


Einst brannte in der Wüste ein Dornenbusch und verbrannte doch nicht und stand da, leuchtendes Zeichen, lichternd loderndes Zeugnis höherer Macht. Die Knie, weil sie nicht anders können, nicht eines ohne das andere agieren, fallen in den Sand. Den Eindruck von Ellbogen hinterlassend, Mulden ohne Inhalt, blaue Flecken am Oberarm des Nächstbesten. Blauhelme, NATO Schutztruppen; auf dem Berliner Schloßplatz wird ein Busch in Brand gesetzt, solidarisches Kniebeugen nebenan. Aschenregen nach Buschbrand, Bücherbrand, Fahnenbrand; nichts bleibt Heil. Wie ein Knie dem anderen gleichen sich die Zeichen der Macht. Doch innen drinnen aus den gequetschten Kehlen schreit es laut: NO WAR, NO PEACE, NO PEANUTS, AMI GO HOME.

Rückblende um ein paar Tage: Ein schwuler türkischer Bauchtänzer tanzt den Bär beim Fest der Kulturen. Don't panic, I'm islamic.

Aber wo soll er hin, der arme Amerikaner? Zu Hause ist überall. Wenn der weiße Mann aus Texas früh morgens auf den Balkon seines Hotelzimmers tritt blickt er auf das als White House verkleidete Brandenburger Tor. Früher gaben amerikanische Präsidenten vor, Berliner zu sein. Der derzeitige deutsche Bundeskanzler stellte das Mißverständnis jedoch klar: Wir sind alle Amerikaner. Das ist Demokratie.


Über den weiteren Verlauf des Bush-Besuchs sind nur wenige Informationen überliefert. Bei seiner sicherheitspolitischen Grundsatzrede im Bundestag, so heißt es, sei ihm das Wort Al Kaida in die Kehle gerutscht, habe sich dort quer gestellt und einen Erstickungsanfall ausgelöst. Der Mann ringt um Luft, verliert seine Blässe, torkelt, stürzt vom Rednerpult, bricht sich beim Aufprall beide Kniescheiben. Er wird mit Blaulicht in die Berliner Charité gefahren, erklärt noch vom Krankenbett aus einen guerre accidentelle, fällt in ein Sechs-Tage Koma und muss fortan vom Rollstuhl aus regieren.


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chlampe an alle </BODY>